Teilprothese am Kniegelenk bei Arthrose

Bei fortgeschrittenem Verschleiß (Arthrose) am Kniegelenk ist nach ausgeschöpften konservativen Maßnahmen oft nur noch der künstliche Gelenkersatz (Endoprothese) möglich. Wenn der Verschleiß hierbei nur einen Teil des Gelenkes betrifft, so ist ggf. die Versorgung mit einer Teilprothese (sogenannte Schlittenprothese) möglich. Neben einer kürzeren und weniger invasiven Operation ist ein weiterer Vorteil, dass die körpereigenen Bandstrukturen und somit die natürliche Funktion des Gelenkes besser erhalten werden, als bei einer Knievollprothese. Wir führen diesen Eingriff mit seit über 20 Jahren bewährten Implantatsystemen in unserer Belegabteilung im St. Nikolaus-Stiftshospital in Andernach durch. Wir beraten Sie gerne in unserer Sprechstunde, ob eine solche Teilprothese bei Ihnen in Frage kommt.

Abbildung 1: Stadien der Arthrose
Bei der Arthrose kommt es im Verlauf der Erkrankung zu einer irreversiblen Schädigung des Gelenkknorpels. Dieser sorgt normalerweise über eine Art Stoßdämpferfunktion für eine gleichmäßige und schonende Lastverteilung im Gelenk. Mit zunehmender Schädigung kommt es zu Schmerzen und Bewegungseinschränkung. Klassisch ist ein Anlaufschmerz nach Ruhephase sowie Beschwerden nach längerer Belastung. Über eine gezielte Untersuchung und ein Röntgenbild kann das Stadium der Arthrose festgestellt und die weitere Therapie geplant werden.
Wir legen großen Wert auf die Ausschöpfung aller konservativen Maßnahmen im Vorfeld einer Operation, da hierdurch oftmals noch einige Jahre eine Linderung der Beschwerden erreicht werden kann.

Vor der Operation

Im Vorfeld einer eventuellen Operation findet ein Gespräch in unserer Sprechstunde statt. Zum einen sollte immer genau geprüft werden, ob eine OP tatsächlich schon notwendig ist, oder ob es noch konservative Therapieoptionen gibt.
Sofern eine Operation geplant wird, wird neben den konventionellen Röntgenbildern und einer gezielten Untersuchung meist noch eine Kernspinuntersuchung (MRT) des Kniegelenkes  durchgeführt. Dies dient zur Sicherstellung der intakten Knorpel- und Bandverhältnisse in den Gelenkabschnitten, die bei der Operation unberührt bleiben.

Teilprothese vs. Totalprothese

Bei einer Knievollprothese werden alle Anteile des Kniegelenks inklusive dem vorderen Kreuzband zunächst entfernt und im Anschluss durch das Kunstgelenk ersetzt. Im Gegensatz hierzu wird bei der Teilprothese nur der verschlissene Gelenkanteil entfernt. Die anderen Gelenkabschnitte sowie das vordere Kreuzband bleiben unberührt. Neben einem weniger invasiven Eingriff bietet diese Operation den Vorteil, dass die Beweglichkeit meist besser ist und nach dem Eingriff ein natürlicheres Kniegefühl vorhanden ist.

 

 
"Von der Besprechung der Operation, über die Durchführung bis zur weiteren Nachsorge im Anschluss werden Sie durchgehend von Ihrem persönlichen Facharzt betreut. Dies bietet Ihnen jederzeit Ihren individuellen Ansprechpartner, der über Ihren Krankheitszustand vollständig im Bilde ist."

Operative Behandlung

Der Eingriff erfolgt im stationären Rahmen in unserer Belegabteilung im St. Nikolaus-Stiftungsklinikum in Andernach. Der stationäre Aufenthalt beträgt hierbei ungefähr 1 Woche. Die Operation kann entweder in Voll- oder in Teilnarkose durchgeführt werden. Die OP-Dauer beträgt ca. 45 – 60 Minuten.

Vor der Operation wird anhand spezieller Röntgenbilder am PC auf den Millimeter genau die einzusetzende Prothese sowie deren Ausrichtung geplant. Während der Operation helfen dann spezielle Schnittschablonen dabei, diese Planung umzusetzen.

Das Kniegelenk muss über einen Hautschnitt von ca. acht bis zehn Zentimetern Länge eröffnet werden. Die Gelenkoberflächen des von der Abnutzung betroffenen Abschnittes werden anschließend von den verschlissenen Anteilen gesäubert und der Knochen so zurecht gesägt, dass die Prothese mit einem speziellen Knochenzement passgenau eingesetzt werden kann.

Durch moderne OP-Methoden und den Einsatz blutstillender Medikamente kann der Blutverlust heutzutage stark reduziert werden, so dass die Transfusion von Fremdblut nur noch in sehr wenigen Ausnahmefällen notwendig ist.

Die Operationen werden ausschließlich durch Dr. Butzmann und Dr. Andreß durchgeführt. Ebenso erfolgt die Nachbehandlung mit täglichen Visiten durch uns. Das gibt Ihnen die Sicherheit, dass der Arzt, mit dem Sie sich in der Sprechstunde zur Operation entschieden haben, Sie auch durchgehend weiter betreut.

Nach der Operation

Im Anschluss an die Operation empfehlen wir die Durchführung einer Rehabilitationsmaßnahme. Sofern Sie sich dazu entscheiden, kümmern wir uns um die Beantragung und Planung derselbigen. Die Rehamaßnahme dauert in der Regel 3 Wochen und kann sowohl stationär, als auch ambulant durchgeführt werden. Gerne beraten Sie unsere Mitarbeiterinnen des Sozialdienstes im Rahmen des OP-Vorbereitungstages über die jeweiligen Vor- und Nachteile.

Im Anschluss stellen Sie sich für die weiteren Kontrolluntersuchungen in unserer Praxis vor. Hier nehmen wir auch die notwendigen organisatorischen Maßnahmen wie Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, Rezepte für Medikamente und Verordnungen für Physiotherapie vor. Ebenso werden über regelmäßige Röntgenkontrollen ein gutes Einheilen der Prothese kontrolliert. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit beträgt je nach körperlicher Beanspruchung im Durchschnitt zwischen 10 – 12 Wochen.

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